Dezernat 49.2 - Schulsport > BfS > Veranstaltungen > Jahrestagung 2004 > Ringtennis
Alternative Sportarten am Beispiel Ringtennis
Spielen in und mit Regelstrukturen - Sportspiele (IB 7)
Thema:
- Ringtennis in der Grundschule als alternative Spielform zur Förderung der Wahrnehmung und Kooperation
- Schwerpunktmäßig werden in der Unterrichtsreihe folgende Aspekte allgemeiner didaktischer und methodischer Vorgaben berücksichtigt:
Pädagogische Perspektiven:
- Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern
- Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen
Aufgabenschwerpunkte:
- Spielideen vorgegebener Spiele und ihre grundlegende Spielidee erkennen und nachvollziehen
- spielspezifische motorische Fertigkeiten und Voraussetzungen sowie erste taktische Verhaltensweisen erwerben
- nach vorgegebenen Regeln spielen können, Spielregeln einhalten und adressatenspezifisch verändern
- Rahmenbedingungen für gemeinsame Spiele entwickeln
Unterrichtsprinzipien:
- Mehrperspektivität (z.B..außerunterrichtlicher Sport)
- Erfahrungsund Handlungsorientierung
- Verständigung (Reflexion)
- Grundsätze der Unterrichtsgestaltung:
- Öffnen und Anleiten
- Üben und Anwenden
Unterrichtliche Legitimation des Unterrichtsvorhabens:
- geringe Leistungsunterschiede aufgrund fehlender Vorerfahrungen
- ohne Vorerfahrungen Spielidee umsetzbar
- hohe Bewegungsintensität im Sinne der Intention auf engem Raum möglich
- geringer Materialaufwand
- hohes Maß an Selbstorganisation, Kooperation und Eigenverantwortlichkeit möglich (nötig)
- Herausforderung im Bereich Kreativität und Flexibilität, da im Kopf der Kinder keine vorgefertigten Bewegungsmuster existieren
- Variation der Spielmuster
Regeln im Grundschulbereich:
- mit dem Ring in der Hand darf nicht gelaufen werden
- beidhändiges Fangen erlaubt
- der Ring darf nicht von oben nach unten geworfen werden
- individuelle Feldergröße zulässig
Spiel und Übungsformen für die unterrichtliche Praxis:
Aufwärmspiele
- Haltet den Kasten voll
- Ringlos-Fangen
- Ringklau
- Ringbiathlon
- Zauberschnur-Ziehen mit Ringen
Einzelaufgaben zur Ringgewöhnung
- den Ring im Stehen/Gehen/Laufen/Sitzen/Liegen hochwerfen, fangen und aufheben
- den Ring wechselseitig hochwerfen und fangen
- den Ring gegen die Wand/ Hindernisse werfen
- den Ring in Ziele werfen
- Kunststücke mit dem Ring erfinden
- mit 2 Ringen arbeiten
Partneraufgaben
- den Ring zuwerfen im Stehen/Gehen/Sitzen/Liegen
- den Ring nach Blickkontakt im sich öffnenden Raum innerhalb
- einer größeren Gruppe zuwerfen
- Zuspielmöglichkeiten mit 1 bzw. 2 Reifen ausprobieren
Gruppenaufgaben (4er Gruppe)
- Zuspielformen gegenüber ohne/mit Nachlaufen mit 1 bzw. 2 Ringen
- Zuspielformen diagonal ohne/ mit Nachlaufen mit 1 bis 4 Ringen (Variante: über Zauberschnur)
- Ringejagd
- Tigerball 3:1
- Staffel-Kunststücke (z.B. 5 x hochwerfen, dann Ring übergeben)
- Zuspiele über Zauberschnur in durch Matten markierte Zielfelder (z.B. lang-lang oder kurz-kurz)
Großgruppe
- Spiel "Ringe wandern" in Zielfelder
- Freilaufen (Mannschaft A mit 3-6 Ringen spielt zu, Mannschaft B versucht die Ringe abzufangen)
Offene Spielaufgabe in der 2er bzw. 4er Gruppe
Arbeitsauftrag:
- Erfindet ein Spiel, in dem der Ring so über das Netz geworfen wird, dass der Gegenüber ihn nicht vor der Bodenberührung fangen kann. Legt für alle gültige Regeln und Rahmenbedingungen (z.B. Spielfeldgröße) fest.
Mannschaftsturnier (nach den aufgestellten Regeln)
- 4 Kinder (nach Möglichkeit 2 Jungen und 2 Mädchen) bilden ein Team
- es werden 4 Spiele als Doppel ausgetragen (Jungen gegen Jungen/
- Mädchen gegen Mädchen/ 2x Mixed)
- die Spiele gehen immer bis 5 (7) Punkte; jeder Punkt zählt
- Endstand 4:0, 3:1 oder 2:2 wird aufgeschrieben, die nächste Gruppe als Gegner gesucht
Literatur:
- Meyer, P.; Eine Einführung in das Ringtennisspiel; 1992
www.ringtennis.de
Informationen über den Einsatz von Ringtennis in der Schule:
www.Peter.Meyer.Betzdorf@gmx.de
Bernd Krämer 10/2004
Zum Seitenanfang Erstellt am:
12.05.2006, F. Pradel
Ergänzungen, Anregungen und Kritik zu dieser Seite